Uran in Mineral und Tafelwasser

Was in etlichen normalen Mineral- und Tafelwassern auftaucht ist das Element Uran, vor allem wenn die Quellgebiete in Mittelgebirgen mit uranhaltigem, granitigem Grundgestein liegen (Fichtelgebirge, Erzgebirge, Oberpfälzer Wald, Schwarzwald). Aber auch in Gebieten mit hoher landwirtschaftlicher Nutzung der Böden taucht auf Grund der langjährigen Düngung mit uranhaltigen Mineraldüngern immer mehr Uran im Grund - und Quellwasser auf. Da das insbesondere wegen der nierentoxischen Wirkung bei Kleinkindern zum Problem geworden ist, hat die Bundesregierung zunächst mal den vorsichtigen Positivansatz gewählt und zugelassen, dass ein Mineral- bzw. Tafelwasserhersteller sein Wasser als "praktisch uranfrei" kennzeichnen darf, wenn es weniger als 2ug/Liter Uran enthält. Allerdings muss der Aufdruck das Problem dabei etwas umschreiben, damit das andere Wasser nicht zum Ladenhüter wird.

In der Verordnung über natürliches Mineralwasser, Quellwasser und Tafelwasser (Mineral- und Tafelwasser-Verordnung , Min/TafelWV) steht nun seit 2006 in der Anlage 6 (zu 9 Abs. 3) zum Thema:

Geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung

folgendes:

"Der Gehalt an Natrium darf 20 mg/l, an Nitrat 10 mg/l, an Nitrit 0,02 mg/l, an Sulfat 240 mg/l, an Fluorid 0,7 mg/l, an Mangan 0,05 mg/l, an Arsen 0,005 mg/l und an Uran 0,002 mg/l nicht überschreiten. Die in 4 Abs. 1 Satz 3 genannten Grenzwerte müssen auch bei der Abgabe an den Verbraucher eingehalten werden. Bei Abgabe an den Verbraucher darf in natürlichem Mineralwasser die Aktivitätskonzentration von Radium-226 den Wert 125 mBq/l und von Radium-228 den Wert 20 mBq/l nicht überschreiten. Sind beide Radionuklide enthalten, darf die Summe der Aktivitätskonzentrationen, ausgedrückt in Vonhundertteilen der zulässigen Höchstkonzentration, 100 nicht überschreiten."

Siehe:
Externer Link: http://www.gesetze-im-internet.de/min_tafelwv/

Die Organisation Foodwatch hat 2009 etliche Mineral- und Tafelwasser auf ihren Urangehalt hin untersucht mit teilweise unangenehmen Ergebnis. Es ist eben manchmal mehr drin als draufsteht. Die Liste ist im Internet noch zu finden unter:

Externer Link: http://www.scribd.com/doc/19182602/Uran-im-Mineralwasser-